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GmbH

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine juristische Person, d.h. ein von den beteiligten Gesellschaftern vollständig losgelöstes eigenständiges Rechtssubjekt. Folglich haftet für Verbindlichkeiten im Grundsatz auch nur die GmbH und gerade nicht die Gesellschafter persönlich. Ein Zugriff von Gläubigern auf das Privatvermögen ist somit grundsätzlich ausgeschlossen.

Als Kehrseite dieser Privilegierung der Haftung der Gesellschafter benötigt die GmbH selbst einen Haftungsfonds, das sogenannte Stammkapital. Dieses ist bei Gründung grundsätzlich vollständig zu erbringen. Sofern Bargeld geleistet wird, genügt jedoch die Einzahlung eines Betrages von 12.500,00 EUR, der Rest ist dann später zu entrichten.

Eine GmbH entsteht als solche erst mit der Eintragung im Handelsregister. Die Gründung vollzieht sich somit in mehreren Abschnitten. Zunächst ist der Gesellschaftsvertrag notariell zu beurkunden. Er muss zwingend Regelungen u.a. zu Firma (d.h. der Bezeichnung der Gesellschaft), Sitz und Gegenstand des Unternehmens sowie der Festlegung des Stammkapitals und dessen Aufbringung durch die jeweiligen Gründungsgesellschafter enthalten. Neben diesen Minimalanforderungen hat es sich in der Praxis bewehrt, sogleich auch weitere Regelungen betreffend das Verhältnis der Gesellschafter zueinander mit aufzunehmen. Wichtig sind regelmäßig insbesondere Regelungen, die davor schützen, plötzlich unbekannten Dritten als neuen Mitgesellschaftern gegenübersitzen zu müssen. Dies lässt sich z.B. durch entsprechende Zustimmungserfordernisse bei der Anteilsveräußerung bzw. wechselseitige Vorkaufsrechte erreichen. Hierzu wird der Notar Ihnen einen auf Ihre individuellen Verhältnisse abgestimmten Vorschlag unterbreiten.

Nach der Beurkundung des Gesellschaftsvertrages ist ein Konto für die Gesellschaft zu eröffnen. Auf dieses ist sodann das Stammkapital einzuzahlen. Sobald der Zahlungsnachweis dem Notar gegenüber durch Vorlage entsprechender Kontoauszüge erbracht ist, reicht der Notar die erforderliche Anmeldung beim Handelsregister ein. In der Regel erfolgt sodann die Eintragung der Gesellschaft. Wichtig ist, dass alle Handlungen, insbesondere der Abschluss von Verträgen, die vor dem Zeitpunkt der Eintragung vorgenommen werden, unter Umständen zu einer persönlichen Haftung der Beteiligten führen können und daher vermieden werden sollten.

Bei jeder geschäftlichen Betätigung ist zu prüfen, ob behördliche Genehmigungen bzw. Erlaubnisse, z.B. nach dem Gaststättengesetz für den Betrieb einer Gastwirtschaft, erforderlich sind. Diese Genehmigungen können zwar nicht mehr für die Eintragung in das Handelregister verlangt werden, sind aber gleichwohl bedeutsam für den gesicherten Betrieb des Unternehmens.

Ist die GmbH eingetragen, kann diese als solche im Rechtsverkehr agieren. Auf den Geschäftspapieren sind zwingend die Rechtsform (GmbH) und der Sitz der Gesellschaft anzugeben, ferner das Registergericht und die Nummer, unter der die Gesellschaft dort eingetragen ist sowie sämtliche Geschäftsführer (weitere Angaben sind bei Vorhandensein eines Aufsichtsrates erforderlich).

Die Regelung der Angelegenheiten der Gesellschaft erfolgt durch entsprechende Gesellschafterbeschlüsse. Diese sind grundsätzlich nicht an eine bestimmte Form gebunden, es empfiehlt sich gleichwohl stets die schriftliche Abfassung. In bestimmten Bereichen, beispielsweise bei Änderungen des Gesellschaftsvertrages oder auch bei Umwandlungsvorgängen (Verschmelzung, Spaltung, Ausgliederung etc.), ist notarielle Beurkundung der Beschlüsse vorgeschrieben. Eine Vertretung in Gesellschafterversammlungen ist möglich. Soweit der Gesellschaftsvertrag hierzu nichts Abweichendes bestimmt, ist die entsprechende Vollmacht in Textform vorzulegen.

Nach außen, d.h. gegenüber Vertragspartnern wird die Gesellschaft durch den bzw. die Geschäftsführer vertreten. Mehrere Geschäftsführer vertreten nach der gesetzlichen Regelung stets gemeinschaftlich. Dies kann unpraktikabel sein, etwa für den Fall persönlicher Verhinderung eines Geschäftsführers. Eine abweichende Regelung, also beispielsweise die Einzelvertretung durch jeden Geschäftsführer, sollte dann bereits in der Gründungsurkunde getroffen werden, um so eine spätere, mit erneuten Kosten verbundene weitere Eintragung zu vermeiden.

Der bzw. die Geschäftsführer können, müssen aber nicht, aus dem Kreis der Gesellschafter stammen. Sie haften der Gesellschaft für eine ordnungsgemäße Geschäftsführung, insbesondere die Erfüllung gesetzlich vorgesehener Aufgaben. So muss der Geschäftsführer beispielsweise stets eine aktuelle Liste der Gesellschafter zum Handelsregister einreichen, wenn sich Veränderungen - z.B. durch einen Todesfall - im Kreis der Gesellschafter ergeben.

Der bzw. die Geschäftsführer vertreten die Gesellschaft gegenüber Dritten, also Vertragspartnern. Die Vertretungsmacht kann insoweit nicht beschränkt werden. Möglich ist es aber, den Geschäftsführern im Verhältnis zur Gesellschaft Grenzen aufzuerlegen, etwa dass diese bestimmte Geschäfte nur abschließen dürfen, wenn vorher ein entsprechender Gesellschafterbeschluss gefasst wurde. Derartige Einschränkungen können bereits in den Gesellschaftsvertrag aufgenommen, oder aber später individuell beschlossen werden. Auch hier macht sich der Geschäftsführer haftbar, der die ihm gesetzten Grenzen überschreitet. Gegenüber dem Vertragspartner sind weisungswidrig abgeschlossene Verträge allerdings gleichwohl zu erfüllen. Ferner obliegt den Geschäftsführern auch die Verpflichtung zu ordnungsgemäßer Buchhaltung und zur Aufstellung des Jahresabschlusses. Die Beispiele zeigen, dass die Übernahme der Geschäftsführung aufgrund der erheblichen Verantwortung auch deutliche Haftungsrisiken für den jeweiligen Geschäftsführer in sich birgt.


Weitergehende Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auch in dem Merkblatt der Notarkammer Thüringen "Die Kapitalgesellschaft - So begrenzen Sie Unternehmerrisiken!".