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Notarielle Tätigkeit

Notare sind unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes, zugleich sind sie aber auch freiberufliche Dienstleister auf dem Gebiet der vorsorgenden Rechtspflege. Den Schwerpunkt der notariellen Tätigkeit bildet die Betreuung auf den Gebieten des Sachenrechts (Immobilien), des Gesellschaftsrechtes sowie des Erb- und Familienrechts. Aus dem persönlichen Beratungsgespräch erhält der Notar die Informationen, die er für die Gestaltung eines individuellen Lösungsvorschlages benötigt. Regelmäßig schließt sich dann eine Beurkundung des Rechtsgeschäftes an. Der Gesetzgeber hat für wichtige Rechtsgeschäfte angeordnet, dass diese nur wirksam sind, wenn sie beurkundet werden. Bei der Beurkundung verliest der Notar den Text der Urkunde, erläutert ihn und beantwortet Fragen; dabei sind auch noch Veränderungen und Korrekturen möglich. Der Beurkundungsvorgang wird durch die Unterschrift der Beteiligten und des Notars abgesichert.

Dieses Beurkundungserfordernis, d.h. einen formalen Prozess, in dem der Inhalt des Rechtsgeschäfts nochmals ausdrücklich zu verlesen ist, um eine Kontrolle bzw. nochmalige Korrektur zu ermöglichen, hat der Gesetzgeber im Bereich besonders wichtiger Rechtsgeschäfte zum Schutz der Beteiligten vor Übereilung bzw. Übervorteilung für nötig erachtet. Darin erschöpft sich die Tätigkeit des Notars jedoch keineswegs. Vielmehr sorgt der Notar im Anschluss an eine Beurkundung zugleich für einen ordnungsgemäßen Vollzug des Rechtsgeschäfts. Hierbei ist der Notar insbesondere im Bereich der Grundstückskaufverträge die zentrale Serviceeinheit, die die Interessen oftmals beteiligter Dritter (insbesondere Banken) mit den Vorgaben aus dem individuellen Vertrag koordiniert sowie erforderliche Genehmigungen von Behörden und sonstigen Stellen für die Beteiligten einholt.

Dem Notar obliegt im Rahmen notarieller Beurkundungen die umfassende Beratung der Beteiligten sowie die Erstellung einer rechtssicheren Lösung, die die Risiken sämtlicher Beteiligter auf ein individuell angemessenes Niveau begrenzt und späteren Streit vermeidet. Dabei hat der Notar im Gegensatz zu einem Rechtsanwalt stets Neutralität zu wahren, d.h. die Interessen sämtlicher Beteiligter zu berücksichtigen.

Um den qualitativ hohen Standard der juristischen Tätigkeit des Notars sicherstellen zu können, müssen Notare neben der regulären Ausbildung zum Volljuristen eine weitere, spezielle Ausbildung zum Notar durchlaufen, in aller Regel mindestens drei Jahre.


Weitere Informationen:
BNotK
Notarkammer Thüringen